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03.07.2018, 09:10 Uhr
Pressebericht der CDU-Senioren-Union

Am Montag, 18. Juni 2018, nahmen 15 Mitglieder der CDU-Senioren-Union an einer Führung durch die Wolfenbütteler Kläranlage teil. Sie wird vom Abwasserbeseitigungsbetrieb (ABW) der Stadt Wolfenbüttel betrieben.

Kläranlagenleiter Sven Dilba (rechts) am Rechen zeigt den Besuchern wo die groben Teile des Abwassers herausgeholt werden.

Zunächst bekamen die Besucher vom Teamleiter Sven Dilba in einer Präsentation einen Überblick über die Organisation und Struktur des Betriebes, über die Unterhaltung des Entsorgungsnetzes und natürlich über die Funktionsweise und die einzelnen Prozesse in der Kläranlage. An dieser sind zur Zeit etwa 53.000 Einwohner angeschlossen. Leider halten sich nicht alle Nutzer an die Regeln. Jens Dilba wies besonders auf die Gefahren durch Fette, Faserstoffe und Feuchttücher hin, die fälschlicherweise in der Toilette entsorgt werden. Öle und Fette sind Gift für die Abwasserleitungen und das Klärwerk. Sie verstopfen die Systeme und greifen sogar Betonbauwerke an. Essensreste, Restfette aus der Bratpfanne und Feuchttücher sollte man nicht in der Toilette entsorgen. Sie gehören in den Restmüll. Feuchttücher und Hygieneartikel zersetzen sich nicht und verstopfen die Pumpen, manchmal sogar bis zur Zerstörung. Eine neue Pumpe kostet etwa 8.000,-- Euro ohne Montage. Auch Wattestäbchen, Zahnstocher und Medikamente gehören nicht in die Toilette. Die Rechen der Kläranlage sind nicht in der Lage, alle diese Sachen komplett herauszufischen.

Nach der Theorie kam die Praxis an die Reihe. Sven Dilba führte die Teilnehmer durch die einzelnen Stationen des Klärwerkes. Das Abwasser gelangt direkt von der Kanalisation ins Klärwerk und wird dort durch Pumpen zur Rechenanlage befördert. Dort werden grobe Abfälle wie durch ein Sieb abgefangen und beiseite geräumt. Sie landen in einem Container.

Die Flüssigkeit fließt dann in den Sand- und Fettfang. Von dort weiter in das Belebungsbecken, wo die Arbeit der Mikroorganismen beginnt. Es handelt sich dabei um Glockentierchen, Amöben und andere, die immer sehr hungrig sind. Sie fressen einen großen Teil der Schmutzstoffe und zerlegen sie. Danach gelangt das Wasser in die Nachklärbecken. Hier werden die letzten Schlammpartikel vom Abwasser getrennt. Die herausgefilterten Fette und Schlämme wandern in Faultürme. Dort zerlegen Bakterien die organischen Bestandteile und produzieren so Methan: Aus dem Faulgas wird dann Strom erzeugt. „40 Prozent des großen Eigenbedarfs an Strom erzeugen wir damit selbst“, erklärte Dilba. Das saubere Wasser wird in die Oker geleitet. Der angefallene Klärschlamm bereitet allerdings Probleme. Die Masse ist reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium. Alle drei Stoffe sind hervorragend als Dünger geeignet. Leider darf der getrocknete Schlamm nach einer neuen Verordnung nicht mehr zum Düngen auf die Felder gebracht werden. Darum mußte ein überdachtes Zwischenlager auf dem Gelände der Kläranlage errichtet werden. Von dort wird der Schlamm zur Verbrennung transportiert. Er hat in etwa den Brennwert wie Braunkohle.

Die CDU-Senioren zeigten sich interessiert und bedankten sich beim Teamleiter Dilba für die tolle Führung durch die Anlage.

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